Freitag, 3. Oktober 2008

Business As Usual

Freitag 3.10.2008 – 19:09

Business As Usual

Es ist langes Wochenende. Heute feiern wir den Tag der deutschen Einheit und ich verbringe ein paar angenehme Stunden in meiner Heimat. Ich wurde am gestrigen Abend von meinen Eltern gefragt, wie eigentlich so mein ganz normaler Tag aussieht und da habe ich den Beschluss gefasst, das aufzuschreiben. Wie also muss man sich den Alltag an der Akademie vorstellen? Wie sieht er bei mir aus?

Klingeln tut mein Wecker das erste Mal um viertel vor 7 in der früh, ein zweites Mal dann um viertel nach 7. Wir haben es jetzt 30 Minuten vor Unterrichtsbeginn. Das erste Frühstück lasse ich ausfallen, da ich nach dem Aufstehen nie sofort Hunger habe. Das hole ich in der zweiten großen Pause meistens nach.
Ich liege also noch schlaftrunken im Bett und gewöhne mich langsam an das Licht. Irgendwann spring ich dann aus den Federn, betreibe die normale Körperhygiene, Bürste mir die Beißerchen und zieh mir was an(sollte man morgens immer dran denken, sonst gucken die anderen komisch). An der Wand hängt der aktuelle Stundenplan, es werden die entsprechenden Ordner in die Tasche gepackt, eine Buddel Wasser muss auch mit, und dann marschier ich gen Unterrichtstrakt.
Das Gästehaus ist direkt mit der Akademie verbunden, weswegen ich quasi nicht „raus“ muss. Es ist jetzt spätestens 7:40h. Auf dem Weg zum Unterrichtsraum im zweiten Stock schaue ich im Postfach nach, ob für jemanden was gekommen ist. Hierüber erhält man auch z.B. neue Stundenpläne.
Der Unterricht läuft ab, wie ein Unterricht halt abzulaufen hat und nach 90 Minuten hat man dann die erste große Pause. Ich weiß jetzt ehrlich gesagt gar nicht, wie lange die genau ist, aber es reicht definitiv, um zu Frühstücken. Leider gibt es immer schon um 11:20 Mittag, daher erspare ich mir trotz des großen Loches in meinem Bauch ein ausgiebiges Frühstück und mampf ein belegtes Brötchen. Manchmal auch zwei. Und wenn ich von der Mittagskarte nicht begeistert bin, naja, dann gibt es doch ein großes Frühstück, mit allem, was das Herz begehrt.
Wie schon erwähnt, nach weiteren 90 Minuten Unterricht dann die Mittagspause. Die Kantine ist in der Unternehmenszentrale, die neben der Akademie ist. Dort hat man mindestens drei Speisen zur Auswahl, davon eine vegetarisch. Es gibt noch „Daily Special“ und „Vom Grill“. Meistens findet sich für jeden irgendwas Passendes. Bezahlen tut man mit seinem Ausweis, den man zum Ausbildungsbeginn bekommen hat. Auf diesem muss man selbst regelmäßig an Automaten Geld aufladen, was dann von der Karte abgezogen wird. Zwischen 3-5 Euro bezahlt man dann für das essen, je nachdem, ob man sich noch einen Salat dazu nimmt, was zu trinken oder ein Dessert.
Es folgen zwei weitere Unterrichtsblöcke (manchmal auch nur einer) und dann ist quasi Feierabend.
Das jetzt folgende variiert natürlich von Tag zu Tag.

Je nachdem, was mir gerade am Wichtigsten erscheint bzw. aktuell ist, werden erstmal die Pflichten der Selbstversorgung erledigt: Zimmer aufräumen, Wäsche zusammen legen oder aus dem Waschraum holen, Einkaufen fahren, Leergut wegbringen, usw.
Ich für meinen Teil brauch dann so meine Stunde für mich, wo ich zum einen meine Ruhe habe und zum anderen meinen Kopf abschalte. Surfen, Emails checken, Blogbeiträge verfassen, Call of Duty 4 zocken. So was halt.
Dann ruft aber irgendwann wieder die Pflicht: Lernen. Zunächst eine Unterrichtsnachbereitung aber auch Vorbereitung auf den Unterricht des darauffolgenden Tages. Das Ganze kann zeitlich ganz unterschiedlich sein. Manchmal mache ich es alleine, manchmal mit jemand zusammen. Generell bleiben Sachen besser hängen, wenn man sie anderen erklärt. Da merkt man erst, ob man es selber auch wirklich verstanden hat.

Ist auch das geschafft, möchte ich eigentlich immer Sport machen. Aber entweder spielen die anderen Volleyball (ich hasse Volleyball) oder ich bin einfach zu kaputt, um jetzt noch was zu machen. Ich hatte ja eigentlich vor, wieder zu einer richtigen Sportskanone zu werden, aber der Funke ist irgendwie noch nicht übergesprungen. Ich hoffe, ich kriege es bald mal hin, regelmäßig zu joggen. Ein bisschen Sorge habe ich da mit der Wäsche.
Wäsche waschen ist nämlich Glückssacke, da die 4 Waschmaschinen im Dauerbetrieb und somit quasi immer belegt sind. Manchmal muss man auch einfach mal nachts gucken, ob mal eine frei ist.
Und ich habe irgendwie wenig Lust, mich ständig um eine freie Waschmaschine zu bemühen, weil sich meine Wäscheberge durch sportliche Aktivitäten verdoppelt haben. Ich bin mir aber sicher, dass ich da einen guten Weg finden werde, damit ich auch wieder Sport machen kann. Ich will auf jeden Fall!!

Ansonsten gestaltet sich das Freizeitprogramm ganz flexibel. Mit den Leuten aus meinen Kurs was machen, in der Cafeteria Fußball gucken, Filmchen gucken, auf dem Bett liegen, zum Flughafen fahren, Dönerbuden suchen, nach Frankfurt fahren, und so weiter und so fort.

Habe ich noch was vergessen? Ich glaube nicht. Jetzt müsste es auf jeden Fall zwischen 22 und 23 Uhr sein und ich flausch mich in mein Bett, kontrollier noch mal meinen Wecker und mach dann das Licht aus.

Gute Nacht!

Hauke

2 Kommentare:

Benny hat gesagt…

Da Du ja scheinbar auch ein "Wenig-Heimfahrer" bist/wirst, habe ich einen Tipp für Deine Wäsche:-)

Ich hab sie immer während der Woche gesammelt und dann Freitag oder Samstagabend/nacht gewaschen. Da war eigentlich immer ne Maschine frei und früh ins Bett ist man eh nicht gegangen.

Ansonsten weiter so mit Deinen Berichten, ich denke gerne an die Zeit zurück.

Gruß aus EDMM

Hauke hat gesagt…

Ich werde es mir zu Herzen nehmen. Danke Benny :)

Hauke