Samstag, 23. Januar 2010

Endspurt

Samstag - 23.1.2010 - 14:04

Endspurt

Es ist eine ganze Weile her, seit ich das letzte mal was in diesen Blog geschrieben habe. Die Gründe sind unterschiedlich. Zum einen war es der Mangel an Zeit, zum anderen aber auch die Tatsache, dass nicht wirklich viel passiert ist.
Ich hatte einen sehr interessanten Simulationsalltag, aber für den Blog hier denkbar unspannend. Dafür haben sich jetzt zum Schluss viele neue Dinge ergeben. Vom 1.2-5.2. habe ich meine praktische Abschlussprüfung und beginnne nach erfolgreichem Bestehen mein On The Job Training bei Frankfurt Approach.
Schon sehr früh hat sich der Wunsch bei mir entwickelt, in diesem Sektor zu arbeiten, nur leider hat man da i.d.R. keinen großen Einfluss drauf, da wir bereits recht früh für die EBGs (also die Sektoren) eingeplant sind. Um Ärger innerhalb des Kurses zu vermeiden, erfährt man das i.d.R. erst ca. 2-3 Monate vor Beginn des OJTs. Das Problem bei unserem Kurs war, dass wir nur 4 Plätze in Langen, ganze 10 in München und 2 in Bremen hatten. Leider wollten 7 Leute in Langen bleiben und eine Einigung konnten wir nicht finden. Eine solch wichtige Entscheidung wollten wir auch nicht einem Los überlassen, also legten wir die Entscheidung in die Hände unserer Coaches. Ich bekam den Langen Platz und fing sofort an, mich darum zu kümmen, zu Frankfurt Approach zu kommen. Schon sehr früh erfuhr ich, dass mindestens einer von uns Vieren da hin kommen würde, also rechnete ich mir hohe Chancen aus. Und am Ende klappte es tatsächlich. Über diese Entscheidung bin ich natürlich überglücklich.

Ich hatte mir nach diese Nachricht vorgenommen, schon vor dem Weihnachtsurlaub eine Wohnung zu finden. Da ich noch über 1 1/2 Monate Zeit hatte, konnte ich das entspannt angehen lassen und machte hier und da Wohnungsbesichtigungen. Eigentlich stand für mich schon fest, dass ich nicht nach Langen ziehen wollte, sondern in eine anliegende Stadt. Am Ende fand ich aber eine Traumwohnung in Langen, kann nun jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit fahren und genieße auf einem meiner zwei Balkone den Ausblick auf den Taunus. Für 710 Euro warm + Stellplatz bei 56m² ist sie zwar sicher nicht die günstigste, dafür eine, in der man sich schnell wohl und heimisch fühlen kann. Nach der Prüfung beziehe ich die Wohung dann mit Sack und Pack und kehre der Akademie den Rücken.

Die letzten Simulationswochen waren sehr anstrengend. Der Verkehr hat weiter und weiter angezogen und wir arbeiten alleine bis zu 63 Flugbewegungen pro Stunde. Real würde man da schon längst gesteuert oder den Sektor geteilt haben. Im Grunde ist es so gedacht, dass man "draußen" immer so bei 80% arbeitet um Kapazität für Notfälle zu haben. Zudem hat man dann auch mal wieder ruhigere Phasen und kommt lange nicht an diese 80% ran. Im Simulator dagegen arbeitet man die ganze Zeit auf 120%. Das macht zwar verdammt viel Spaß und ist sehr befriedigend, wenn alles sicher und ökonomisch ablief, aber zugleich auch sehr anstrengend. Zumal sich die Runs auch irgendwann wiederholen und man zu dem Punkt kommt, wo man sie einfach nicht mehr sehen kann.;-) Zumal wir jetzt erfahren haben, auch welchen Sektoren wir als Radarlotse und auf welchen wir als Koordinator geprüft werden. Da arbeitet man natürlich nur noch diesen Sektor in der Prüfungsposition. Umso wichtiger ist es, gleich beim ersten Anlauf die Prüfung zu bestehen. Der Verkehr in der Prüfung liegt weit unter dem, was wir jetzt arbeiten. Neben dem geringeren Verkehr reicht die Prüfungssituation für die 100% Auslastung des Prüfungslings.
Ich habe einen sehr guten Koordinator für meine Prüfung bekommen und daher bin ich zuversichtlich, dass ich die Prüfung bestehen werde. Alles Coaches bestätigen, dass sie bei uns keine Probleme sehen und ein geschlossenen Bestehen erwarten.
Für ein Resumé meiner Akademiezeit bin ich allerdings noch nicht bereit. Ich schließe damit erst ab, wenn ich am 5.2. gesagt bekomme, dass ich die Prüfung erfolgreich bestanden habe :-)

Bis zum nächsten Mal und diesmal nicht mit so langer Wartezeit auf den nächsten Artikel

Hauke